Die Geschichte von Patek Philippe
Die Geschichte der Schweizer Uhrenmanufaktur Patek Philippe beginnt am 1. Mai 1839, als zwei polnische Immigranten, der Geschäftsmann Antoine Norbert Graf de Patek und der Uhrmacher Francois Czapek, die Uhrenmanufaktur Patek, Czapek & Co in Genf gründen. Aber bereits 1844 führen Differenzen zur Beendigung der Zusammenarbeit. Auf der Pariser Weltausstellung lernt Patek den begabten französischen Uhrmacher Jean-Adrien Philippe kennen und wählt in bald darauf als neuen Partner aus. Philippe hat bereits durch die Erfindung des Kronenaufzugs die Uhrengeschichte revolutioniert. Aufziehen und Stellen der Uhr mit einem Schlüssel werden dank des neuartigen Aufzugs überflüssig.
Am 15. Mai 1845 wird die Firma in Patek & Co umbenannt und im selben Jahr noch ein Patent auf die von Philippe erfundene Aufzugswelle und den Zeigerstellmechanismus angemeldet. In der folgenden Zeit fertigt das Unternehmen die erste Uhr mit Minutenrepetition und seit dem 1. Januar 1845 firmiert sie unter dem Namen Patek Philippe & Co.
Am 1. Februar 1901 wird das florierende Unternehmen in eine Aktiengesellschaft (Acienne Manufacture d`Horlogerie Patek Philippe & Cie S.A.) umgewandelt. 1925 erscheint die weltweit erste Armbanduhr mit ewigem Kalender.
Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise 1931 gerät das Unternehmen für Qualitätsuhren jedoch in Geldnot und sucht finanzkräftige Investoren. Diese finden sich in einem Zulieferer. Die Brüder Charles und Jean Stern, die bereits seit einiger Zeit die Zifferblätter für Patek Philippe liefern, übernehmen die Aktienmehrheit des Unternehmens. Die Familie Stern ist seitdem untrennbar mit dem Unternehmen verbunden und stellt heute mit Thierry Stern bereits in der 4. Generation den Präsidenten von Patek Philippe.
1932 wird das heute noch als Klassiker produzierte Modell Calatrava, benannt nach einem mittelalterlichen Ritterorden, vorgestellt. Das Ritterkreuz, das sogenannte Calatrava-Kreuz, wird zum Markenzeichen der Uhren und ist auf jeder Krone abgebildet.
1937 entwickelt der Genfer Uhrmacher Louis Cottier für Patek Philippe die erste Armbanduhr, auf der alle 24 Zeitzonen der Erde gleichzeitig abgelesen werden können, und ab den 1940er Jahren werden sowohl Armbanduhren als auch Chronografen in Serie gefertigt. Zahlreiche Preise bei Präzisionswettbewerben des Genfer Observatoriums belegen die ausgezeichnete Qualität der Patek Philippe Uhrwerke.
In einer Weltpremiere wird 1962 die erste Armbanduhr mit ewigem Kalender und automatischem Aufzug vorgestellt. 1966 erblickt das Modell Ellipse das Licht der Welt, dessen rundes Gehäuse nach den Regeln des Goldenen Schnitts gestaltet ist. Das goldene Zifferblatt schimmert durch eine spezielle Behandlung bläulich.
In den 1970er Jahren folgen das Model Nautilus, das bis zu einer von Tiefe 120 m wasserdicht ist, und das Kaliber 240, das mit einer Dicke von 2,4 mm das flachste Automatikuhrwerk besitzt.
Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums im Jahr 1989 wird nach 9 Jahren Entwicklungszeit das Kaliber 89 vorgestellt, das mit 33 Komplikationen und 1728 Bestandteilen das komplizierteste Uhrwerk überhaupt darstellt.
In den 2000er Jahren folgen nach inzwischen über 70 erfolgreichen Patenten weitere komplizierte Armbanduhren (Sky Moon), Taschenuhren (Star Caliber 2000) und die Weltneuheit Referenz 5100, das erste mechanische Uhrwerk, das über eine Gangreserve von 10 Tagen verfügt.
Am 8. November 2001 eröffnet in Genf das Patek-Philippe-Museum, in dem die Uhrmacherkunst von seinen Anfängen bis in die heutige Zeit eindrucksvoll anhand von zahlreichen Exponaten erklärt wird.